Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier für den Buchdruck

Papier verändert alles.

Obwohl Verlage die Papierauswahl oft als eine erst in einer späten Phase getroffene Kaufentscheidung betrachten, beeinflusst die von Ihnen gewählte Papieroberfläche die Farbdichte, die Bilddetails, den Lesekomfort, die Rückenbreite, das Versandgewicht, den Tintenverbrauch, das Trocknungsverhalten und sogar das Gefühl, wie hochwertig sich das fertige Buch in den Händen des Lesers anfühlt.

Warum läuft die Entscheidung bei so vielen Druckangeboten dann auf die Wahl zwischen “glänzend oder matt” hinaus?

Die ehrliche Antwort lautet: Bequemlichkeit. Ein Drucker kann schnell ein Angebot für ein bekanntes Standardpapier erstellen. Ein Verlag hingegen muss mit dieser Entscheidung bei Hunderten oder Tausenden von fertigen Exemplaren leben.

Meine Haltung ist einfach: Es gibt keine allgemeingültige das beste Papier für den Buchdruck. Es gibt nur ein Papier, das hinsichtlich Inhalt, Druckverfahren, Bindungsart, Leseverhalten und kommerzieller Zielgruppe zu einem bestimmten Titel passt.

Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier für den Buchdruck

Was „gestrichenes“ und „ungestrichenes“ Papier eigentlich bedeuten

Beschichtetes Papier entsteht aus einem Grundpapier, das mit einer Oberflächenschicht versehen wird, die Pigmente und Bindemittel enthält. Je nach Papierfabrik und Papiersorte kann diese Beschichtung Kaolin, Kalziumkarbonat (CaCO₃), Titandioxid (TiO₂) oder Kombinationen anderer anorganischer Stoffe enthalten.

Die Beschichtung gleicht Unebenheiten zwischen den Papierfasern aus und sorgt so für eine glattere und weniger saugfähige Druckoberfläche. Im Rahmen einer formellen Untersuchung von gestrichenem Druckpapier hat die US-Kommission für internationalen Handel Als wesentliche physikalische Eigenschaften wurden Helligkeit, Flächengewicht, Oberflächenbeschaffenheit, Opazität, Glätte und Dicke genannt. Außerdem wurde die Helligkeit auf einer Skala von 1 bis 100 beschrieben.

Unbeschichtetes Papier verfügt über keine vergleichbare Pigmentbeschichtung, die die Faseroberfläche bedeckt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es unbehandelt, unfertig oder von minderer Qualität ist. Es kann dennoch geleimt, kalandriert, gefärbt, aufgehellt, strukturiert oder speziell für den Offset- und Digitaldruck ausgelegt sein.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Matt gestrichenes Papier ist immer noch gestrichenes Papier. Viele Käufer bezeichnen fälschlicherweise jedes blendfreie Papier als unbeschichtet, obwohl sich die Begriffe „matt“, „seidenmatt“, „satiniert“, „stumpf“ und „glänzend“ alle auf unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten von beschichtetem Papier beziehen können.

Wie die Oberfläche die gedruckte Tinte verändert

Auf gestrichenem Papier bleibt die Tinte näher an der Oberfläche. Die Punkte breiten sich weniger aus, die Kanten wirken klarer, und satte Farben behalten mehr visuelle Intensität.

Auf unbeschichtetem Papier dringt ein Teil des Druckfarbenbindemittels in die Faserstruktur ein. Dies kann zu weicheren Details, einem geringeren sichtbaren Kontrast und einer gedämpfteren Farbpalette führen. Das ist nicht automatisch ein Mangel. Bei Literaturbüchern, Zeitschriften, Arbeitsheften und Publikationen im Retro-Stil kann diese Weichheit Teil der beabsichtigten visuellen Sprache sein.

Die Utah Valley University Leitfaden für hochwertiges Druckpapier berichtet, dass harte, glatt beschichtete Papiere im Allgemeinen eine höhere Bildschärfe, Farbgenauigkeit, Lebendigkeit und Sättigung bieten als weiche, strukturierte, unbeschichtete Papiere. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass eine hohe Farbdeckung auf unbeschichteten Papieren die Trocknungszeit und den Farbverbrauch beeinträchtigen kann.

Das ist die erste bittere Wahrheit: Die Wahl von ungestrichenem Papier für ein Buch mit vielen Fotos, nur weil es sich “hochwertig anfühlt”, kann zu trüben Schatten, schwachen Schwarztönen, einer langsameren Produktion und enttäuschenden Proofs führen.

Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier: Ein praktischer Vergleich

EntscheidungsfaktorGestrichenes PapierUngestrichenes Papier
OberflächenstrukturMit Mineralien beschichtet, glatter und weniger porösFreiliegende Faserstruktur, poröser
BildwiedergabeSchärfere Details und höhere FarbdichteWeichere Details und gedecktere Farben
Lesbarkeit des TextesGut geeignet für matte Papiersorten; glänzende Oberflächen können Licht reflektierenIn der Regel angenehm beim längeren Lesen
Taktiler CharakterGeschmeidig, ausgefeilt, kontrolliertNatürlich, warm, haptisch ansprechend
Verhalten der TinteDie Tinte bleibt näher an der OberflächeHöhere Tintenaufnahme
Verwendung von Bleistift oder KugelschreiberOft schwierig, besonders auf HochglanzpapierIm Allgemeinen zum Schreiben geeignet
FingerabdrückeAuf dunklen, glänzenden Flächen besser sichtbarIn der Regel weniger auffällig
Typische Anwendungsbereiche im InnenbereichFotobücher, Kunstbücher, Kataloge, BildbändeRomane, Zeitschriften, Handbücher, Arbeitshefte
Häufiges ProduktionsrisikoBlendung, Abrieb, ÜbergewichtPunktzuwachs, langsame Trocknung, verblasste Bilder
Die beste Methode zum KorrekturlesenFarbproof gemäß Vertrag sowie gebundenes MusterexemplarDruck- oder Produktionsproof auf genau diesem Papier

Die Tabelle lässt gestrichenes Papier wie den offensichtlichen technischen Sieger erscheinen. Das ist es jedoch nicht.

Ein Roman, der auf glänzend gestrichenem Papier gedruckt ist, mag die vereinzelten Fotos zwar wunderschön wiedergeben, doch 300 Seiten durchgehenden Textes lassen sich dadurch nur schwer lesen. Ein Malbuch, das auf hochglänzend gestrichenem Papier gedruckt ist, mag auf dem Werbefoto zwar farbenprächtig aussehen, sich jedoch schlecht eignen, wenn ein Kind versucht, mit Wachsmalstiften oder Buntstiften darin zu malen.

Spezifikationen versagen, wenn ein attraktives Merkmal den tatsächlichen Verwendungszweck des Buches in den Hintergrund drängt.

Wann gestrichenes Papier für den Buchdruck die bessere Wahl ist

Beschichtetes Papier sollte die erste Wahl sein, wenn es bei dem Buch auf Bildtreue, feine Details, tiefe Schwarztöne, präzise Markenfarben oder wiederkehrende Bereiche mit hoher Farbdeckung ankommt.

Zu den typischen Anwendungsbereichen gehören:

  • Fotobücher
  • Kunst- und Museumspublikationen
  • Mode-Lookbooks
  • Produktkataloge
  • Architektur-Portfolios
  • Illustrierte Kochbücher
  • Hochwertige Unternehmensbücher
  • Bildorientierte Kinderbücher
  • Comics mit farbenprächtigen Illustrationen

Die Universität von Illinois Programm zur Selbstbewertung im Bereich Denkmalschutz erläutert im Zusammenhang mit dem Tintenstrahldruck, dass unbehandeltes, unbeschichtetes Papier die Tinte in das Papier einzieht, wodurch die Bildschärfe und die Farbintensität beeinträchtigt werden, während beschichtete, bildaufnehmende Schichten das Bild näher an der Oberfläche halten. Das genaue Verhalten unterscheidet sich zwar zwischen Tintenstrahl-, Toner- und Offsetdruck, doch das Oberflächenprinzip ist nach wie vor von kommerziellem Nutzen.

Glänzend, matt, seidenmatt und satiniert sind nicht austauschbar

Glanzbeschichtetes Papier sorgt für einen starken Kontrast und eine wahrnehmbare Farbtiefe. Es eignet sich für bildreiche Bücher, die unter kontrollierten Lichtverhältnissen betrachtet werden, doch die Blendung kann bei längeren Lesesitzungen ermüdend wirken.

Mattbeschichtetes Papier reduziert Reflexionen und bietet gleichzeitig eine relativ glatte Bildoberfläche. Es ist oft die beste Wahl unter den beschichteten Papiersorten für Bücher, die Fotos und umfangreiche Textpassagen kombinieren.

Seiden- oder Satinpapier liegt zwischen glänzend und matt. Die Bezeichnungen sind jedoch weltweit nicht einheitlich. Das „Seidenpapier“ einer Papierfabrik kann dem matt beschichteten Papier einer anderen Papierfabrik ähneln.

Fragen Sie nach Mustern.

Noch wichtiger ist es, gedruckte Muster mit vergleichbarer Farbdeckung anzufordern. Ein blankes Papiermuster gibt zwar Aufschluss über Farbe und Haptik, sagt jedoch nichts über die Schwarzdichte, die Wiedergabe von Hauttönen, das Faltverhalten, die Abriebfestigkeit oder das Verhalten des Papiers nach dem Binden aus.

Über JetPrint’s Individueller Buchdruck-Service, können Verlage Papier, Bindung, Seitenzahl, Weiterverarbeitung und Verwendungszweck als ein Gesamtpaket vergleichen, anstatt jeden Punkt einzeln auszuwählen.

“Gestrichenes Papier” bedeutet nicht automatisch „Premium“

Hier ist eine unpopuläre Meinung: Hochglanz wird häufig dazu verwendet, Qualität vorzutäuschen, anstatt sie zu schaffen.

Ein schweres, glänzendes Papier kann einem kurzen Katalog ein hochwertiges Gefühl verleihen, aber es kann auch dazu führen, dass ein redaktionelles Buch kommerziell und wegwerfbar wirkt. Hochwertige Designpublikationen setzen zunehmend auf zurückhaltende, matte Oberflächen, kontrollierten Weißgrad und sorgfältig ausgewählte, unbeschichtete Beilagen.

Die Wahl des Papiers hängt vom jeweiligen Kontext ab. Ein cremefarbenes, ungestrichenes Blatt mit einer Grammatur von 100 g/m² eignet sich möglicherweise besser für einen literarischen Roman als ein glänzend gestrichenes Blatt mit einer Grammatur von 157 g/m², das pro fertigem Buch deutlich mehr kostet.

Wenn ungestrichenes Papier beim Buchdruck die Nase vorn hat

Ungestrichenes Papier ist in der Regel die bessere Wahl, wenn der Leser sich intensiv mit dem Text auseinandersetzen, auf die Seite schreiben, häufig umblättern oder das Buch eher als haptisches Objekt denn als Bildträger erleben möchte.

Zu den gängigen Anwendungsbereichen gehören:

  • Romane und Erzählbände
  • Gedichtbände
  • Fach- und Nachschlagewerke
  • Bedienungsanleitungen
  • Schulungsunterlagen
  • Tagebücher und Notizbücher
  • Aktivitätshefte
  • Malbücher
  • Arbeitshefte
  • Memoiren und Biografien

Die Library of Congress berichtete, dass in den meisten Veröffentlichungen der US-Regierung im Rahmen des untersuchten Programms unbeschichtetes JCP A60-Offset-Buchpapier verwendet wurde. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass sowohl beschichtete als auch unbeschichtete Papiersorten als alkalische Papiere hergestellt werden können, was deutlich macht, dass die Oberflächenbeschaffenheit allein nicht ausschlaggebend für die Beständigkeit ist.

Lesbarkeit ist mehr als nur Weiß

Strahlend weißes Papier erhöht den Kontrast. Mehr Kontrast klingt zwar besser, aber längeres Lesen ist keine Übung in Farbkalibrierung.

Cremefarbene, elfenbeinfarbene und naturweiße, ungestrichene Papiere können die optische Härte von schwarzem Text mildern. Dies ist ein Grund, warum Verlage für Belletristik oft wärmere Papiersorten dem hochglänzenden, blau-weißen Papier vorziehen.

Aber übertreiben Sie es nicht. Ein sehr raues oder stark saugfähiges Papier kann kleine Schrift, Negativtext, dünne Linien und gerasterte Grafiken beeinträchtigen. Bei Büchern mit Diagrammen, Tabellen oder feinen Serifenschriften muss das Papier dennoch ausreichend glatt und deckend sein.

Das beste unbeschichtete Papier ist nicht unbedingt dasjenige mit der stärksten Struktur.

Die Gestaltung und die Farbgebung beeinflussen die Entscheidung

Jedes Buch, das für Bleistifte, Kugelschreiber, Buntstifte, Filzstifte, Stempel oder handschriftliche Notizen vorgesehen ist, sollte mit genau diesen Schreib- und Malutensilien getestet werden.

Glanzbeschichtetes Papier ist möglicherweise unempfindlich gegenüber Bleistiftmarkierungen. Die Tinte einiger Filzstifte kann verschmieren. Bestimmte matte Beschichtungen sind für Kugelschreiber geeignet, fühlen sich jedoch beim Zeichnen mit Buntstiften glatt an.

Für ein Aktivitätsbuch, ein Arbeitsheft oder ein Tagebuch ist ungestrichenes Papier in der Regel die sicherere Wahl. Bei einem reich bebilderten Kinderbuch können jedoch matt gestrichene Seiten von Vorteil sein, insbesondere wenn das Produkt eher zum Lesen als zum Beschreiben gedacht ist.

Der Zweck steht an erster Stelle. Immer.

JetPrint’s Druckfunktionen können zusammen mit den Illustrationen des Buches, dem Einbandformat, der Seitenzahl und den Anforderungen an die Weiterverarbeitung geprüft werden, bevor ein Produktionsentwurf freigegeben wird.

Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier für den Buchdruck

Die Frage nach den Kosten, die Käufer meist zu spät stellen

Der Preis für Papier richtet sich nicht allein nach der Bezeichnung “gestrichen”.

Die Kosten ändern sich in Abhängigkeit von:

  • Mühlen- und Papiersorte
  • Verfügbarkeit als Bogen oder Rolle
  • Flächengewicht oder g/m²
  • Helligkeit und Weißgrad
  • Anteil an Recyclingfasern oder Frischfasern
  • Zertifizierungsanforderungen
  • Auftragsvolumen
  • Faserrichtung
  • Pressformat und Ausbeute
  • Lagerbestand vor Ort
  • Einfuhrzölle und Frachtkosten
  • Druckverfahren
  • Tintenabdeckung
  • Trocknungs- und Verarbeitungszeit

Ein Standardpapier aus Lagerbestand kann weniger kosten als ein Sonderbestellpapier, selbst wenn die Sonderbestellvariante eine niedrigere Nennqualität aufweist. Und ein Bogen, der pro Tonne günstiger erscheint, kann teurer werden, wenn Verschnitt, längere Trocknungszeiten, zusätzlicher Lack oder Produktionsverzögerungen mit einberechnet werden.

Das Gewicht nimmt schnell zu

Betrachten wir ein vereinfachtes, 128-seitiges Buch mit den Abmessungen 170 × 240 mm.

Ein 128-seitiges Buch umfasst 64 Blätter. Durch den Wechsel von 80 g/m² ungestrichenem Papier zu 105 g/m² gestrichenem Papier erhöht sich die Nennmasse pro Blatt um 31,25%.

Betrachtet man allein den beschnittenen Seitenbereich, so führt diese Änderung zu einem Mehrgewicht von etwa 65 Gramm pro Buch:

64 Blätter × 0,170 m × 0,240 m × 25 g/m² = 65,28 g

Bei einer Auflage von 1.000 Exemplaren entspricht dies etwa 65 Kilogramm zusätzlicher Papiermasse (Fertigpapier), noch bevor Umschläge, Bindematerialien, Verpackungskartons, Produktionsabfälle oder Feuchtigkeitsschwankungen berücksichtigt werden.

Dieses zusätzliche Gewicht kann sich auswirken auf:

  • Frachthalterungen
  • Kartonfestigkeit
  • Handhabung
  • Versandkosten
  • Regalgewicht
  • Rückenbreite
  • Bindungsverhalten

Aus diesem Grund lehne ich Empfehlungen ab, die sich allein auf das äußere Erscheinungsbild beziehen. Ein Blatt Papier ist Teil der technischen Konzeption des Buches.

Bindung, Bremssattel und Faserrichtung können die Wahl der Oberfläche überlagern

Zwei Papiersorten mit derselben Grammatur können unterschiedliche Dicke aufweisen. Ein voluminöses, unbeschichtetes Buchpapier kann einen dickeren Buchrücken ergeben als ein dichteres, beschichtetes Blatt mit gleichem Gewicht.

Dieser Unterschied spielt bei Hardcover-Einbänden, Schutzumschlägen, Rückenverzierungen, Klebebindungen, Schuber und Verpackungsmaßen eine Rolle.

Klebebindung

Bei klebegebundenen Büchern bestimmen die Seitenzahl und die Papierstärke die Rückenbreite. Der Drucker muss außerdem die Faserrichtung, die Vorbereitung des Buchrückens, die Auswahl des Klebstoffs und die Aushärtung kontrollieren.

Stark gestrichene Papiersorten können zu einem steifen Buchblock führen, der sich nur schwer öffnen lässt. Sehr voluminöses, ungestrichenes Papier kann einen unerwartet breiten Buchrücken zur Folge haben. Keines dieser Probleme ist in einer Tabelle erkennbar, die lediglich die Seitenzahl und das Grammaturangabe enthält.

Genähter Einband

Eine Fadenheftung eignet sich für langlebigere Publikationen und dickere Abschnitte, doch die Steifigkeit des Papiers beeinflusst weiterhin das Aufschlagverhalten. Bei Büchern mit hohem Bildanteil kann matt gestrichenes Papier in Kombination mit Fadenheftung verwendet werden, um ein Gleichgewicht zwischen Druckqualität und Haltbarkeit herzustellen.

Heftheftung

Bei heftgebundenen Büchern führt eine zunehmende Papierstärke dazu, dass die Innenseiten nach außen gedrückt werden, was zu einem Kriechen führt. Durch das Beschnittverfahren wird diese Bewegung ausgeglichen, wichtige Inhalte müssen jedoch innerhalb des Sicherheitsbereichs bleiben.

Ein gebundenes Musterexemplar macht diese Probleme bereits vor der Serienproduktion sichtbar. Ein loser digitaler Probedruck hingegen nicht.

Prüfen Sie bei der Bewertung eines Lieferanten nicht nur den Maschinenpark, sondern auch, wie das Team mit Spezifikationen, Korrekturabzügen, Materialien und der Qualitätskontrolle umgeht. JetPrint bietet auf seiner Website weitere Informationen zum Produktionsprozess unter Über uns.

Die Hybrid-Papier-Strategie, die mehr Verlage anwenden sollten

Ein Buch muss nicht durchgehend aus einem einzigen Innendruckpapier bestehen.

Der Einsatz verschiedener Papiersorten kann bei sorgfältiger Handhabung zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führen. Beispiele hierfür sind:

  • Unbeschichtete Textseiten mit beschichteten Fotobereichen
  • Mattbeschichtete Textseiten mit unbeschichteten Aufgabenseiten
  • Unbeschichtete Tagebuchseiten mit durchscheinenden Trennblättern
  • Farbige Beilagen mit Lackierung in einem schwarz-weißen Roman
  • Kraftigeres Papier für die Kapitelanfänge in Kombination mit leichterem Papier für den Hauptteil

Die Hybridkonstruktion birgt jedoch neue Risiken. Verschiedene Papiersorten können sich unterschiedlich falten, beschneiden, binden und altern. Ihre unterschiedlichen Stärken verändern die Querschnittsgeometrie. Kurze eingefügte Abschnitte erfordern unter Umständen Handarbeit oder eine spezielle Heftung.

Und da ist noch ein weiteres Problem: die Farbanpassung.

Die gleichen CMYK-Werte sehen auf gestrichenem und ungestrichenem Papier nicht identisch aus. Die ISO-Druckbedingungen, Farbgrenzen, die Punktvergrößerung und die ICC-Profile unterscheiden sich. Eine Markenfarbe, die auf gestrichenem Papier intensiv und kühl wirkt, kann auf ungestrichenem Papier weicher und wärmer erscheinen.

Bitten Sie einen Designer nicht, “die gleiche Datei zu verwenden”, und gehen Sie nicht davon aus, dass die Druckerei das schon regeln wird.

Verwenden Sie das richtige Farbprofil

Druckvorlagen für gestrichenes und ungestrichenes Papier sollten unter Verwendung des für die tatsächlichen Druckbedingungen geeigneten Profils separiert werden. In gängigen Offset-Workflows können Profile herangezogen werden, die auf FOGRA-Charakterisierungsdaten basieren, wie beispielsweise PSO Coated v3 oder PSO Uncoated v3, je nach dem Verfahren des Druckers.

Profile sind keine Zauberei. Sie können ungestrichenes Papier nicht dazu zwingen, denselben Farbraum wie gestrichenes Papier wiederzugeben. Sie können dem Designer jedoch dabei helfen, kontrollierte statt zufällige Konvertierungen vorzunehmen.

Der Drucker sollte vor dem endgültigen PDF-Export das erforderliche ICC-Profil, die Gesamttintenmenge, das Verfahren zur Schwarzgenerierung und den Proofing-Standard überprüfen.

Nachhaltigkeit: Schluss mit Ein-Wort-Aussagen

“Unbeschichtet ist nachhaltig.”

“Beschichtetes Material kann nicht recycelt werden.”

“Recyclingpapier sieht immer matt aus.”

Ohne eine vollständige Materialspezifikation und den Kontext der Rückgewinnung sind alle drei Aussagen unzuverlässig.

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) gibt an, dass im Jahr 2018 etwa 46 Millionen Tonnen Papier und Pappe recycelt wurden, was einer Recyclingquote von 68,21 TP3T entspricht. Zudem zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kategorien: Bei Wellpappkartons lag die Recyclingquote bei 96,51 TP3T, während sie bei Papierbehältern und -verpackungen ohne Wellpappkartons bei 20,81 TP3T lag. Eine allgemeine Materialbezeichnung lässt keine Rückschlüsse auf das Verwertungsergebnis jedes einzelnen Papierprodukts zu.

Stellen Sie bei einem Buchprojekt konkretere Fragen:

  • Handelt es sich um Neufaser, Recyclingfaser oder eine Fasermischung?
  • Ist eine Dokumentation der Produktkette erforderlich?
  • Ist das Papier alkalisch und für den Langzeitgebrauch geeignet?
  • Wie hoch ist der Anteil an Altfasern?
  • Werden Kunststofflaminierungen aufgebracht?
  • Sind Einlagen, Klebstoffe, Folien oder Beschichtungen mit den örtlichen Recyclingsystemen kompatibel?
  • Kann der Lieferant die genaue Papierfabrik und die Papiersorte nachweisen?

Die Oberfläche ist nur eine Variable. Ein langlebiges Buch, das jahrzehntelang genutzt wird, kann einen anderen ökologischen Zweck erfüllen als eine Wegwerfpublikation, die auf Papier mit einem trendigen Label gedruckt ist.

Die Beschaffungsinformationen und Produktionsunterlagen von JetPrint sollten projektbezogen geprüft und nicht durch allgemeine Umweltangaben ersetzt werden.

So wählen Sie das richtige Papier für den Buchdruck aus – ganz ohne Rätselraten

Ich gehe nach einem Entscheidungsprozess vor, der vom Verhalten der Leser ausgeht und nicht von Papierkatalogen.

1. Legen Sie fest, was der Leser tun wird

Wird der Leser das Buch zum Lernen, Stöbern, Schreiben, Ausmalen, Ausstellen, Archivieren oder zum wiederholten Nachschlagen nutzen?

Ein Fotobuch und ein Schulungshandbuch können zwar denselben Schnittformat haben, erfordern jedoch völlig unterschiedliche Papiersorten.

2. Bildabdeckung messen

Schätzen Sie, wie viele Seiten Folgendes enthalten:

  • Fotografien im Vollformat
  • Einfarbige Hintergründe
  • Feine Strichzeichnungen
  • Kleiner, seitenverkehrter Text
  • Hauttöne
  • Neutrale Grauzonen
  • Große schwarze Füllflächen

Je mehr das Design auf satte Farben und feine fotografische Details setzt, desto überzeugender sind die Argumente für gestrichenes Papier.

3. Die Leseumgebung einrichten

Ein Hochglanz-Kunstbuch, das man an einem Tisch betrachtet, wirkt anders als eine Anleitung, die man unter der Deckenbeleuchtung in einer Fabrik liest. Reflexionen, der Neigungswinkel der Seiten und die Lesedauer spielen eine Rolle.

4. Papier auf Einband abstimmen

Überprüfen Sie die Seitenzahl, die Dicke, die Faserrichtung, die Rückenbreite, das Öffnungsverhalten und das Endgewicht, bevor Sie das Papier freigeben.

5. Vergleichbare Muster anfordern

Vergleichen Sie kein hochwertiges, unbeschichtetes Muster mit einem günstigen, beschichteten Muster und ziehen Sie daraus nicht den Schluss, dass unbeschichtetes Papier besser ist. Vergleichen Sie Papiersorten innerhalb einer angemessenen handelsüblichen Qualität und Preisklasse.

6. Erstellen Sie ein gebundenes Dummy-Exemplar

Das Musterexemplar sollte die vorgesehene Endgröße, die ungefähre Seitenzahl, das Papiergewicht und die Bindungsart aufweisen. Es gibt Aufschluss über das Volumen, die Steifigkeit, das Durchscheinen, die Passform des Einbands und die Handhabung.

7. Druckfahne freigeben

Bei farbkritischen Büchern sollten Sie echte Seiten testen, die Hauttöne, Schattendetails, neutrale Grautöne, tiefes Schwarz, kleinen Text und schwierige Farbverläufe enthalten.

Ein allgemeines Testblatt für den Drucker reicht nicht aus.

Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier für den Buchdruck

Praktische Empfehlungen zur Papierwahl nach Buchart

BuchtypEmpfohlener EinstiegspunktHauptgrund
Ein textlastiger Roman70–100 g/m² cremefarbenes oder naturweißes, ungestrichenes PapierAngenehmes Lesen längerer Texte
Fachbuch70–100 g/m², blickdicht, ungestrichenKlarheit des Textes und überschaubares Gewicht
Fotobuch128–200 g/m², matt, seidenmatt oder glänzend beschichtetDetailtreue und Farbwiedergabe
Illustriertes Kinderbuch105–157 g/m², matt oder seidenbeschichtetFarbe und reduzierte Blendung
Malbuch100–160 g/m², ungestrichen, vorbehaltlich einer WerkzeugprüfungAkzeptanz von Bleistift und Buntstift
Arbeitsheft mit Übungen80–120 g/m², ungestrichenSchreiben und Löschen
Kunstkatalog128–170 g/m², gestrichen oder hochwertiges, glattes, ungestrichenes PapierHängt vom gewünschten optischen Erscheinungsbild ab
Bedienungsanleitung70–100 g/m² ungestrichenes Papier oder leicht matt gestrichenes PapierLesbarkeit, Diagramme und Kosten
Tagebuch oder Notizbuch80–120 g/m², ungestrichenStiftleistung
Buch über Premium-MarkenMatt beschichtetes, glattes unbeschichtetes oder gemischtes PapierMuss mit den Inhalten und der Markenpositionierung im Einklang stehen

Diese GSM-Bänder dienen als kommerzielle Anhaltspunkte, nicht als universelle Standards. Das endgültige Papiergewicht muss unter Berücksichtigung der Seitenzahl, der Opazität, des Druckverfahrens, der Bindung, der Zielkosten und der Versandanforderungen geprüft werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier?

Beschichtetes Papier ist ein Trägerpapier, das mit einer Schicht aus Mineralien und Bindemitteln überzogen ist, wodurch die Oberflächenporosität verringert und eine glattere Druckoberfläche geschaffen wird, während bei unbeschichtetem Papier die Faserstruktur stärker sichtbar bleibt, was eine höhere Tintenaufnahme, geringere Spiegelungen und eine natürlichere Haptik ermöglicht.

Auf gestrichenem Papier lassen sich in der Regel schärfere Fotos, eine kräftigere Farbsättigung und klarere feine Details erzielen. Ungestrichenes Papier eignet sich meist besser zum längeren Lesen und lässt sich leichter mit Bleistift und Kugelschreiber beschriften.

Welches Papier eignet sich am besten für den Buchdruck?

Das beste Papier für den Buchdruck ist nicht das Papier mit dem höchsten gsm-Wert, der hellsten Oberfläche oder der teuersten Veredelung, sondern das Papier, das am besten zu den Anforderungen des Buches hinsichtlich Bildanteil, Lesezeit, Einbandart, Schreibanforderungen, Zielgewicht, Herstellungsverfahren und Budget passt.

Wählen Sie gestrichenes Papier für bildlastige Bücher und ungestrichenes Papier für textlastige oder beschreibbare Bücher. Eine Mischung verschiedener Papiersorten kann sinnvoll sein, wenn verschiedene Abschnitte unterschiedlichen Zwecken dienen.

Ist mattes Papier dasselbe wie unbeschichtetes Papier?

Mattes Papier ist nicht automatisch unbeschichtetes Papier, da “matt” eine blendfreie Optik beschreibt, während “unbeschichtet” eine Papieroberfläche ohne durchgehende Pigmentbeschichtung bezeichnet; daher können mattbeschichtete, matt-gestrichene, glatte unbeschichtete und strukturierte unbeschichtete Papiere zwar alle nicht glänzend aussehen, sich beim Drucken jedoch unterschiedlich verhalten.

Fragen Sie den Drucker nach der Papierfabrik, der Papiersorte, dem Flächengewicht, der Oberflächenbeschaffenheit, der Beschichtung und einem Druckmuster, anstatt ein Papier nur aufgrund des Begriffs “matt” zu genehmigen.”

Ist gestrichenes Papier teurer als ungestrichenes Papier?

Beschichtetes Papier ist nicht immer teurer als unbeschichtetes Papier, da die Endkosten nicht allein vom Beschichtungsstatus abhängen, sondern vielmehr von der Papiersorte, der Verfügbarkeit in der Papierfabrik, der Grammatur, der Textur, dem Recyclinganteil, der Schnittausbeute, der Farbdeckung, der Trocknungszeit, den Frachtkosten und der Bestellmenge.

Ein standardmäßig beschichtetes Hauspapier kann günstiger sein als ein hochwertiges, strukturiertes, unbeschichtetes Papier. Ein verlässlicher Vergleich ist nur anhand eines projektspezifischen Angebots möglich, bei dem Format, Seitenzahl, Auflage, Bindung und Lieferbedingungen identisch sind.

Kann man auf unbeschichtetem Papier hochwertige Fotos drucken?

Auf unbeschichtetem Papier lassen sich zwar professionelle Fotos wiedergeben, doch führt seine saugfähigere und unregelmäßigere Oberfläche in der Regel zu einer geringeren scheinbaren Schärfe, weicheren Schwarztönen, einer geringeren Farbsättigung und einem kleineren wiedergebbaren Farbbereich als bei einem vergleichbaren beschichteten Papier, das unter kontrollierten Bedingungen bedruckt wurde.

Hochwertige, glatte, unbeschichtete Papiersorten können attraktive redaktionelle Bilder ergeben, insbesondere wenn der Designer Kontrast, Schärfe, Farbflächenbegrenzung und Farbtrennung gezielt an das Papier anpasst.

Ist gestrichenes Papier recycelbar?

Beschichtetes Papier lässt sich oft recyceln, da viele herkömmliche Druckpapierbeschichtungen mineralische Pigmente wie Kaolin und Kalziumkarbonat enthalten. Die Recyclingfähigkeit hängt jedoch letztlich nicht allein vom Beschichtungszustand ab, sondern von der gesamten Produktstruktur, dem lokalen Verwertungssystem, den Klebstoffen, Kunststofffolien, Laminaten, Folien, Druckfarben und Verunreinigungen.

Verlage sollten es vermeiden, zu behaupten, ein Buch sei recycelbar, ohne zuvor das Papier, den Bindekleber, die Oberflächenbehandlung des Einbands, die Beilagen und die Sammelvorschriften des Zielmarktes zu prüfen.

Wie wähle ich das Papiergewicht für ein Buch aus?

Bei der Auswahl des Buchpapiers sollten Opazität, Seitenzahl, Bildanteil, Steifigkeit, Volumen, Bindungsart, Rückenbreite, das Gewicht des fertigen Buches, Versandkosten und die Handhabung durch den Leser gegeneinander abgewogen werden, anstatt einfach das schwerste Papier zu wählen, das innerhalb des verfügbaren Budgets liegt.

Ein schwereres Papier verbessert zwar die Deckkraft, macht das Buch jedoch sperriger und verteuert den Versand. Ein leichteres, deckendes Papier kann manchmal ein besseres Leseerlebnis und eine effizientere Bindung ermöglichen.

Die Papierauswahl in eine Produktionsspezifikation umsetzen

Schicken Sie einer Druckerei keine Nachricht mit dem Inhalt: “Bitte unterbreiten Sie mir ein Angebot für gutes mattes Papier.”

Bitte geben Sie die Schnittgröße, die Seitenzahl, die Farbkonfiguration, den Bildanteil, die Bindungsart, die Auflage, die Zielgruppe, die Anforderungen an den Text, den gewünschten Papierton, das ungefähre Flächengewicht (g/m²), die Weiterverarbeitung und den Lieferort an.

Fragen Sie dann nach zwei oder drei praktischen Alternativen aus Papier mit:

  • Genauer Mühlenbetrieb und Güteklasse
  • Einteilung in beschichtete und unbeschichtete Produkte
  • Fertig
  • Weiß oder ein Farbton
  • Flächengewicht oder g/m²
  • Bremssattel
  • Faserrichtung
  • Zertifizierungsstatus
  • Verfügbarkeit von Druckmustern
  • Auswirkungen auf die Breite der Spule und das Versandgewicht

Eine fundierte Entscheidung auf Papier ist evidenzbasiert, konkret und spezifisch.

Kontakt Shenzhen JetPrint Printing Co. – Angebotsanfrage für den Druck von Büchern auf Papier und geben Sie die Spezifikationen Ihres Buches, die Eigenschaften der Druckvorlagen, Ihre Präferenz hinsichtlich der Bindung sowie den vorgesehenen Verwendungszweck für die Leser an. Das Ziel besteht nicht lediglich darin, gestrichenes oder ungestrichenes Papier zu finden. Vielmehr geht es darum, ein Buch zu gestalten, bei dem Oberfläche, Gewicht, Farbe und Struktur harmonisch aufeinander abgestimmt sind.

Bild von Justin Lee
Justin Lee

Justin Lee ist Inhaber und Druckingenieur unserer Druckerei in Shenzhen. Seit 1998 verbindet er technisches Fachwissen im Druckbereich mit praktischer Geschäftserfahrung, um Verlage, Marken, Agenturen und institutionelle Abnehmer weltweit zu unterstützen. Seine Erfahrung umfasst den Druck von Sonderanfertigungen, die Offsetproduktion, die Auswahl von Papier und Bindungen, das Farbmanagement, die Weiterverarbeitung, die Qualitätskontrolle sowie die Abwicklung internationaler Projekte.

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